Dienstag, 27. Juni 2017

[All about the books] Kristina Günak - Wer weiß schon wie man Liebe schreibt

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Rezension, findet ihr nicht?
Bevor die Rezi-Flut meiner Urlaubslektüren beginnt, möchte ich heute erst einmal mit euch über ein Buch sprechen, das ich zuletzt während meiner stressigen Prüfungsphase gelesen habe und das der perfekte Begleiter in diesem "Ausnahmezustand war.




Kristina Günak - Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt

Autor: Kristina Günak 
Verlag: LYX
Seiten: 270
ISBN: 978-3-7363-0465-9


Worum geht es?
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah liegt? Nach einem Abstecher ins glamouröse München, kehrt Bea auf der Suche nach ihrem beruflichen Glück zurück ins heimatliche Braunschweig. Bei einem kleinen Verlag für schnulzige Liebesromane findet sie schließlich alles, was sie gesucht hat. Doch das Glück hält nicht lange, es droht die Pleite und Bea bangt nicht nur um ihre berufliche Zukunft. Ausgerechnet Tim Bergman, seines Zeichens "bad boy" der Literaturszene soll die Pleite abwenden und mit seinem neusten Roman den Verlag retten. Um die Werbetrommel kräftig zu rühren, muss Bea in den sauren Apfel beißen und mit dem pöbelnden Rüpel-Autor auf Lesereise durch die Provinz ziehen. 



Rezension:
Unverhofft kommt oft, könnte das Motto im Hinblick auf dieses Buch von Kristina Günak sein, denn eigentlich hatte ich es gar nicht auf dem Zettel. Letztlich erinnerte mich der Klappentext auch sehr an das Buch "Sahnehäubchen" des Autoren-Duos "Anne Hertz". Neugierig war ich dennoch, denn gegen lockere und leichte Unterhaltung und ein bisschen Gefühl ist ja nichts einzuwenden. 
Zunächst besticht "wer weiß schon wie man Liebe schreibt" durch sein Cover, das schlicht und doch ansprechend gestaltet ist und auf eine eigene Weise als "schön" bezeichnet werden kann. Relativ eigen ist auch die Aufmachung innerhalb des Buches, da nahezu jedes Kapitel mit einer völlig leeren Seite endet, die einen Abschnitt zum nächsten Kapitel bilden soll. Ob dieser "Kunstgriff" dem Buch nun zuträglich ist, ist fraglich. Für mich wirkte es eher so, als wolle man künstlich Seiten "füllen" und das Buch verdicken. Mit Verzicht auf diese "Zusatzseiten" wäre "Wer weiß schon wie man Liebe schreibt" mit Sicherheit um knapp 50 Seiten kürzer gewesen. Die Kapitellänge oder besser ihre Kürze hingegen ist durchaus angenehm, gerade wenn man das Buch von Kristina Günak so wie ich, als Bahnlektüre in kurzen Abschnitten lesen möchte.

Insgesamt ist die Geschichte zwischen Bea und Tim relativ vorhersehbar, was sie allerdings nicht langweilig macht. Zwar verzichtet Kristina Günak weitestgehend auf spannende Wendungen, Krisen und Dramen, was dem Lesevergnügen in der Summe aber keinen Abbruch tut. 
"Wer weiß schon wie man Liebe schreibt" ist ein fluffiger Wohlfühlroman, den man (mit der entsprechenden Lesezeit) sicherlich locker in einem Zug auf dem sonntäglichen Sofa verschlingen kann. Tiefen Anspruch kann man bei einem Titel dieses Genres natürlich nicht verlangen, trotzdem kratzt das Buch zumindest ansatzweise an der Oberfläche. Gerade im Hinblick auf die Lebensgeschichte der Protagonisten verlässt "Wer weiß schon wie man Liebe schreibt" die Komfortzone des Schnulzen-Romans. 
Wobei ich das Buch nicht einmal als klassische Schnulze bezeichnen würde, denn eine solche Bezeichnung würde ihm nicht gerecht werden.
Die Parallele zu "Sahnehäubchen" ist leider aber auch nicht von der Hand zu weisen, dennoch möchte ich Vergleiche zwischen den Büchern natürlich vermeiden. Auch würde es den positiven Eindruck schmälern, den Kristina Günak bei mir hinterlassen hat. Das Rad neu zu erfinden, kann manchmal ja durchaus ganz schön hart sein.

Fazit:
Für den Moment hat mich "Wer weiß schon wie man Liebe schreibt" sehr gut unterhalten. Wer also auf der Suche nach einem lockeren Sommerroman ist, der macht mit dem Buch von Kristina Günak definitiv nichts falsch.
Besonders tiefgreifend und vielsagend ist die Story zwar nicht, aber sie ist kurzweilig und macht Spaß. Insgesamt gebe ich daher 4 von 5 Sternen.



Allen, die gerne regelmäßiger Buchtipps und kurze Rezensionen lesen wollen, sei mein Instagram-Account "All_about_the_books" ans Herz gelegt.
Ich freue mich, euch als neue Follower begrüßen zu können! 





 
 *Vielen Dank an den LYX-Verlag für dieses Rezensionsexemplar     
 

Donnerstag, 15. Juni 2017

[Projekt SuB-Abbau] Zwei Fehlgriffe

Eines der großen Projekte, mit denen ich in das neue Lesejahr 2017 gestartet bin, war der Abbau meines SuB, also des Stapels der ungelesenen Bücher, die noch unschuldig in meinem Bücherregal stehen. 
Nach gut der Hälfte des Jahres muss ich ein durchwachsenen Fazit ziehen, denn wirklich abgebaut habe ich nur wenig. Neuzugänge und gelesene Bücher nullen sich derzeit konsequent. 





Von zwei Büchern, die ich 2017 begonnen habe, denen ich leider aber nicht viel abgewinnen konnte, möchte ich euch heute erzählen.
Das Wort "Fehlgriff" ist ein hartes Wort, für mich waren sie es aber leider....







Rachel Harris - Und er steht doch auf dich





Autor: Rachel Harris
Verlag: ctb
Seiten: 396
ISBN: 978-3-570-31015-1



Worum geht es?
Aly ist ein nettes Mädchen, aber eben eines der Sorte unscheinbar. Schnell bekommt sie den Stempel "guter Kumpel", den ich einfach nicht mehr los wird. Ihre Mission: Kumpel-Image loswerden.
Ganz besonders, weil sie in Justin, den heißesten Typen der Schule verknallt ist. Eine Verwandlung muss her, denn für Aly gibt es nur ein wahres Date für den Abschlussball.  
Operation Sex-Apeal erfordert von Aly nicht nur ein Umstyling, sondern weitaus mehr. So muss ihr bester Freund Brandon herhalten und ihr eine Alibi-Beziehung verschaffen und tatsächlich beginnt Justin sich für Aly zu interessieren.
Doch ist es wirklich der heiße Mädchenschwarm, den Aly will? Ist Brandon nicht längst mehr als ein guter Freund?




Rezension:
Es ist kein Geheimnis, dass ich mich mit diesem Genre schwer tue. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich einfach nicht (mehr) zur Zielgruppe gehöre, aber leider konnte ich dem Buch von Rachel Harris rein gar nichts abgewinnen.
Die Protagonistin Aly ist süß und eigentlich ja auch ein tolles Mädchen, dennoch sträubt sich beim Plot der Story einfach alles in mir.
Sich verbiegen und komplett verwandeln, nur um jemandem zu gefallen?
Das soll die Botschaft eines (Jugend-)Romans sein?
Den besten Freund "benutzen", um für jemand anderen interessant zu sein?

Kopfschütteln war eines meiner regelmäßigen Reaktionen, während ich das Buch las und ich bin ganz ehrlich, es Lesegenuss war es nicht für mich.
Ich möchte aber dennoch nicht zu hart mit dem Titel ins Gericht gehen, denn ich kann mir vorstellen, dass auch er seine Fans hat.
Wohlmöglich würde ich eine andere Rezension schreiben, wäre ich ein Freund des Genres. Leider bin ich dies aber absolut nicht. 
Die grundsätzliche Idee von "Und der steht doch auf dich" ist keine schlechte, die Umsetzung in vielerlei Hinsicht aber fragwürdig. 
Sind solche Botschaften an junge Mädchen wirklich das Richtige?
Andererseits zeigt Rachel Harris ihren Lesern am Ende auf, dass es eben nicht darum geht, jemanden zu beindrucken und sich zu verbiegen, um andere für sich zu gewinnen.
Wer uns wirklich mag, der mag uns wie wir sind und nicht wie wir versuchen zu sein.
Abgesehen von der Story und der etwas fragwürdigen Botschaft möchte ich aber nichts schlechtes über das Buch sagen. Das Cover ist niedlich und auch der Schreibstil angenehm gewählt.

Fazit: 
Wer das Gerne mag, wird auch "Und er steht doch auf dich" von Rachel Harris wahrscheinlich mögen. Mich konnte das Buch insgesamt leider nicht überzeugen und bekommt daher von mir auch nur 2 von 5 Sternen.




 S.C. Stephens - Thoughtful 


Autor: S.C. Stephens
Verlag: Goldmann
Seiten: 701
ISBN: 978-3-442-48361-7
 

Worum geht es?
Die Bühne ist sein Zuhause, die ihn seine dunkle Vergangenheit vergessen lässt. Mit seiner Gitarre in der Hand spürt Kellan Kyle, dass er noch am Leben ist. Ein Leben, dass bestimmt ist von Musik, seiner Band und willigen Groupies, die nur zu gerne heiße One-Night-Stands mit dem gefeierten Star verbringen. Doch plötzlich stellt eine Frau Kellans Leben völlig auf den Kopf. Süß, smart und sexy tritt Kiera in seine Welt und berührt etwas in Kellan, dass seine sorgsam aufgebauten Mauern bröckeln lässt. Er will sie, doch Kiera ist mit seinem besten Freund Denny zusammen und ohnehin würde sie seine Gefühle doch niemals erwidern...oder doch?


Rezension:
Thoughtful ist nun also der vierte Teil der Reihe und tritt als Nachfolger von "Thoughtless", "Careless" und "Effortless" natürlich ein schweres Erbe an. Noch dazu ist es keine neue Geschichte, sondern im Grunde genommen die Geschichte des ersten Teils (Thoughtless) nur eben aus der Sicht des heißen Superstars Kellan.
Grundsätzlich ist diese Spiegelung der Sicht nicht die schlechteste Idee, aber eben auch ein gefährlicher Zug, der nach Hinten losgehen kann.
Ich muss gestehen, dass ich nur "Thoughtless" gelesen habe und leider nicht wirklich überzeugt war. "Thoughtful" wollte ich aber dennoch eine Chance geben, denn eine neue Perspektive kann ja manchmal durchaus Wunder bewirken.
Leider hat sich an meiner Meinung auch durch den vierten Band nicht viel geändert. Im Gegenteil, denn durch die Wiederholung der Ereignisse wirkt das Buch langatmig. Ein Umstand, der bei knapp 700 Seiten nicht unbedingt zu einem Lesegenuss führt.
Letztlich erhält der Leser nur wenige wirklich neue Einblicke und Thoughtful fühlt sich ein wenig an wie das Re-Read von "Thoughtless".

Fazit:
Wer die Reihe noch nicht kennt und mit "Thoughtful" startet, der wird sicher auf seine Kosten kommen können. Gerade, wer das Genre mag und solche Geschichten verschlingt, wird Spaß an dem Buch von S.C. Stephens haben. Insbesondere kann ich das Buch denjenigen ans Herz legen, die gerne einmal eine solche Story aus der Sicht des Mannes lesen möchten. Eine Seltenheit, keine Frage!
Wer die Vorgänger gelesen hat, wird sich aber wahrscheinlich langweilen und keine große Begeisterung verspüren.
Da ich zur letzteren Kategorie gehöre, kann ich "Thoughtful" auch leider nur 2 von 5 Sternen geben.








* Vielen Dank an den Goldmann-Verlag und den ctb-Verlag für diese Rezensionsexemplare

Montag, 5. Juni 2017

[All about the books] Marie Adams - Das Café der guten Wünsche

Es gibt Bücher, die kommen unscheinbar daher, sehen vielleicht ganz nett aus, aber bekommen ebenso schnell genau diesen Stempel. "Nett", schnell zu lesen, nichts besonderes. Ich gestehe, das Buch, von dem ich euch heute erzählen möchte, gehörte auch in diese Kategorie. Ob es mich vom Gegenteil überzeugen konnte, soll euch der heutige Beitrag verraten...




Marie Adams - Das Café der guten Wünsche:



Autor: Marie Adams
Verlag: Blanvalet
Seiten: 335
ISBN: 978-3-7341-0278-3


Worum geht es?
Julia und ihre Freundinnen Bernadette und Laura lieben ihr kleines Café. Neben zauberhaften Torten und leckerem Kaffee bekommt jeder Gast einen guten Wunsch mit auf den Weg, so dass niemand unglücklich nach Hause geht. Julia hingegen wartet seit Jahren sehnsüchtig auf ein Wiedersehen mit ihrer großen Liebe Jean. Als Bernadette für eine Weile ausfällt und Julias neuer Mitbewohner Robert im Café aushilft, nimmt das Schicksal seinen Lauf und nichts ist mehr wie es war...



Rezension:
Wie ich eingangs schon sagte, gibt es diese Bücher, die wir einfach zu schnell verurteilen und ihnen den Stempel "nett" verpassen. Gerade, wenn die Optik und das Cover genau solch ein Urteil nahelegen. "Das Café der guten Wünsche" kommt genauso daher. Süße Tassen auf dem Cover, bunt aber doch zart und alles nur keine reißerische Aufmachung. Hell, freundlich und eben "nett".
Genau mit dieser Erwartung habe ich das Buch von Marie Adams letztlich auch begonnen. Ein kleines bisschen Wohlfühlen auf gut 300 Seiten. Warum auch nicht? Nachdem ich zuletzt meine Krimiphase hatte und in die Abgründe der Menschheit geblickt habe, stand mir der Sinn also nach ein wenig Herzschmerz und Gefühl. Letztlich sind meine Erwartungen auch nicht enttäuscht worden. 
Julia versucht das Erbe ihrer Oma aufrecht zu erhalten und das Café Juliette zu einer Oase des Glücks mitten in der großen Stadt zu machen. Mit einer großen Portion Optimismus, ein wenig Aberglaube und dem einen oder anderen Spleen zaubern sie und ihre Freundinnen nahezu allen Gästen ein Lächeln auf die Lippen. 
Neben dem "Überlebenskampf" des Cafés, das durch die Abwesenheit der Tortenfee Bernadette mächtig ins Wanken gerät, wird "Das Café der guten Wünsche" von der Geschichte rund um Julia und ihren Mitbewohner wider Willen getragen. Robert ist eigentlich gar nicht Julias Typ, schließlich gibt es keinen besseren Mann für sie, als ihren französischen Urlaubsflirt Jean. Robert hingegen hat eigentlich ganz andere Sorgen, als die Liebe. Sein langjähriger Mitbewohner hat ihn gegen Frau und Kind ausgetauscht und kurzerhand vor die Tür gesetzt. Sein Job bei der lokalen Zeitung ist alles, aber nicht der Journalistentraum, den er immer geträumt hat. 

Letztlich muss man ehrlich sein und der Roman von Marie Adams hält was er verspricht. Ein nettes und leichtes Buch für zwischendurch, das die klassischen Themen Liebe, Freundschaft und ein bisschen Drama verbindet. Insgesamt hat es mich zwar unterhalten und ich bin mehr oder weniger leicht durch die Seiten geflogen, dennoch glaube ich nicht, dass "Das Café der guten Wünsche" auf der Liste meiner Jahreshighlights besonders weit oben landen wird. Zauberhaft ja, ein leichtes und sympathisches Lesevergnügen auch, aber eben auch unspektakulär. Die Wendungen, die Marie Adams einzubauen versucht, sind leider relativ vorhersehbar und der große Knall, der uns Leser fesseln könnte, bleibt leider aus.
Dennoch ist es ein schönes Buch, das unser aller Bedürfnis nach heiler Welt und Wohlfühlmomenten durchaus befriedigen kann. 



Fazit:
Wer auf leichte und fluffige Romane mit Gefühl und Zuckerguss steht oder zwischendurch gerne ein wenig "ChickLit" liest, der ist mit dem "Café der guten Wünsche" gut bedient. Zwar hat das Buch von Marie Adams mich nicht völlig überzeugt oder gar umgehauen, dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Gerade aktuell mit meiner doch arg eingeschränkten Lesezeit ist es ein schönes Buch, das sich wunderbar an einem gemütlichen Sonntag auf dem Sofa oder zwischendurch in der Bahn lesen lässt und eine kleine Auszeit vom Alltag bietet.

Insgesamt möchte ich dem Buch daher sehr gute 3 von 5 Sternen geben. 



Allen, die gerne regelmäßiger Buchtipps und kurze Rezensionen lesen wollen, sei mein Instagram-Account "All_about_the_books" ans Herz gelegt.
Ich freue mich, euch als neue Follower begrüßen zu können! 





 
 *Vielen Dank an den Blanvalet-Verlag für dieses Rezensionsexemplar     

Samstag, 20. Mai 2017

[Behind the books] Teil 5 - Wie schreibe ich eine Rezension?

Im letzten Beitrag der Serie "Behind the books", in der mit euch ein wenig hinter die Kulissen meines Herzensprojekt "All about the books" schaue, habe ich ja bereits angedeutet, dass ich in der Fortsetzung ein wenig über das Thema Rezensionen und Captures sprechen und meine (!) Erfahrungen mit dem Thema teilen möchte.
In den ersten Teilen habe ich bereits über den Aufbau meiner Bilder (Teil 1), die Technik (Teil 2), Stockphotographie und Beitragsplanung (Teil 3), sowie Rezensionsexemplare (Teil 4) gesprochen.

Wenn wir nun also unser Rezensionsexemplar erhalten und im besten Fall auch gelesen haben, müssen wir unseren Eindruck auch "zu Papier" bringen, denn ein Rezensionsexemplar ohne Rezension ist letztlich nicht im Sinne des Erfinders.
Wie immer basieren die Inhalte meiner Beiträge auf meinen persönlichen Meinungen und Erfahrungen und sind in keinem Fall der "einzig richtige Weg" und der Schlüssel zur Weisheit. Es ist lediglich eine Ansammlung meiner Erfahrungen mit der ich hoffe, euch einige nützliche Tipps und Denkanstöße geben zu können.



Rezi-Exemplar erhalten - und nun?
Wenn ich ein Rezensionsexemplar (im besten Fall eine Neuerscheinung) erhalten habe, versuche ich meist zeitnah es in Szene zu setzen und Bilder von ihm zu schießen. Der Grund dahinter ist relativ simpel, denn die meisten Bücher landen bei mir früher oder später in der Handtasche oder dem Rucksack und ein Buch, das jeden Tag mit mir zur Arbeit und zurück fahren "darf", sieht spätestens nach der letzten gelesenen Seite auch genauso aus. Verknickte oder nicht mehr ganz taufrische Bücher möchte unterm Strich aber niemand sehen, kein Follower und erst recht kein Verlag, der auf Werbung durch euch hofft.
Daher versuche ich das jeweilige Exemplar frühzeitig in verschiedenen Varianten zu fotografieren, so dass ich einige Bilder zur Auswahl habe, wenn es später an die tatsächliche Rezension geht.
Meistens kann es sinnvoll sein, ein erstes Bild schon kurz nach dem Erhalt des Buches auf Instagram oder im Rahmen eines "Book-Hauls" bzw. "Neuzugänge-Beitrags" auf dem jeweiligen Blog zu posten und es ein wenig dort in Szene zu setzen. Verlage schätzen es, wenn ihre Titel gleich auf mehreren Kanälen beworben werden. Außerdem macht es eure Leser und Follower auch neugierig, was sie bald auf euren Kanälen erwarten können.


Wann verfasse ich meine Rezension?
Die Frage klingt simpel, die Antwort noch simpler, doch es macht durchaus Sinn, sich Gedanken darüber zu machen. Natürlich sollte man das Buch zunächst lesen, bevor man seinen Eindruck darüber in Worte fasst.
Dennoch kann es helfen, ein Zwischenfazit zu ziehen und die Rezension zu einem Prozess werden zu lassen.
Oftmals beginne ich meine Rezensionen noch, bevor ich das jeweilige Buch komplett ausgelesen habe und bearbeite ist immer wieder. So schaffe ich es, möglichst viele meiner Eindrücke zu sammeln und mir darüber klar zu werden, was ich überhaupt erwartet habe und welche Erwartungen bestätigt wurden.


Wie beginne ich eine Rezension?
Erwartungen sind ein guter Anknüpfungspunkt für Rezensionen.
Macht euch im Vorfeld klar, welche Erwartungen ihr an den Titel habt. Ist es die Fortsetzung einer Reihe? Kennt ihr schon andere Bücher des Autors? Welche Rückschlüsse lassen sich anhand Titel, Cover und Klappentext ziehen?
Diese ersten Gedanken notiere ich mir meistens vorab, um die später mit meinem tatsächlichen Eindruck des Buches zu vergleichen.
Hat es meine Erwartungen erfüllt? Wie bewerte ich dies?
War es gänzlich anders als erwartet und total überraschend?

Bevor ihr euch aber endgültig in die Tasten haut und eure Meinung zu Papier bringt, sind ein paar Informationen wichtig für eure Rezension. Allgemeine Merkmale eures Buches helfen interessierten Lesern direkt die wesentlichsten Informationen auf einen Blick zu erhalten. 


Dazu gehören:
  • Wie heißen Titel und Autor?
  • In welchen Verlag ist das Buch erschienen?
  • Wie viele Seiten hat es?
  • Wie lautet die ISBN-Nummer?
  • (Ggf. Wie hoch ist der Preis?)

Zusätzlich solltet ihr eine kurze(!) Inhaltsangabe geben, um erst einmal klar zu machen, worum sich das Buch überhaupt dreht. Dabei kann es natürlich sehr verführerisch sein, einfach den Klappentext abzuschreiben, gerne gesehen wird dies aber nicht. Den Klappentext kann man schließlich auch auf dem Buch selbst lesen, dafür braucht niemand ausgerechnet eure Rezension. Fasst den Inhalt also mit euren eigenen Worten zusammen, macht aber auch keine Doktorarbeit daraus. 4-5 Sätze mit dem wichtigsten Inhalt reichen dabei völlig, ihr solltet nur zwingend darauf achten, nicht zu viel zu verraten, was die Spannung des Buches zerstören könnte. 


Meinung ist nicht gleich Meinung!
Natürlich soll eine Rezension in erster Linie euren Eindruck wiedergeben, dennoch solltet ihr diesen Eindruck auch ein wenig begründen können. "Das Buch ist gut" ist keine vollwertige Rezension. 

Hilfreiche Fragen können folgende sein:
  • Hat euch das Buch insgesamt gefallen? 
  • Hat es euch unterhalten/gepackt oder gelangweilt? 
  • Würdet ihr es als spannend, humorvoll, charmant, tiefgründig, oder doch eher oberflächlich, platt, langweilig und vorhersehbar bezeichnen?
  • Passen Titel und Inhalt zusammen? Hält die Story was der Klappentext verspricht?
  • Ist der Inhalt vielleicht überspitzt dargestellt oder gar unrealistisch und völlig übertrieben?
  • Hier setzen eure Vorüberlegungen also einen wichtigen Punkt. Was habt ihr erwartet und wie sind diese Erwartungen erfüllt oder enttäuscht worden?

Es kann auch hilfreich sein, auf Schreibstil & Co einzugehen, denn auch die gewählte Perspektive, ein flüssiger Stil und erzeugte Spannungsbögen wirken sich stark auf Lust oder Frust des Lesers aus. Hat der Schreibstil also dazu beigetragen, dass ihr regelrecht durch die Seiten "fliegen" konntet oder war er so hölzern, dass ihr eher ausgebremst worden seid und euch "quälen" musstet?

Auch die Qualität des Buches an sich kann Erwähnung finden. 
Wie ist es verarbeitet? Ist es schon nach wenigem Lesen völlig "zerfleddert", hat schnell Leserillen und ein zerschlissenes Cover? Wie ist die Aufmachen insgesamt? Gefällt euch das Cover und passt es zum Gesamtbild?
Finden sich im Buch selbst kleine Besonderheiten wie Grafiken oder Zitate zum Kapitelbeginn, die es zu erwähnen lohnt?

Wenn ihr all diese Fragen einmal im Hinblick auf euer jeweiliges Buch beantwortet habt, ist der Löwenanteil eurer Rezension eigentlich schon geschafft. Bevor ihr ein abschließendes Fazit zieht, solltet ihr euch euren Text noch einmal durchlesen und schauen, ob er insgesamt stimmig ist oder ob ihr euch eventuell selbst widersprecht. 
Nichts sieht komischer aus, als eine Rezensionen, die das Buch zunächst in den Himmel lobt, um es am Ende in Grund und Boden zu bewerten. 
Einen ähnlichen Fall habe ich neulich gelesen und mich entsprechend gewundert. Entweder mag ich das Buch oder eben nicht, aber Dinge zunächst zu kritisieren, um sie dann als Pluspunkt anzuführen, wäre mehr als inkonsequent.


Was solltet ihr sonst vermeiden?
Versucht vor dem Schreiben eurer Rezension einmal den Blickwinkel eurer Leser einzunehmen. Welche Informationen wären euch wichtig und auf welche könntet ihr verzichten? Verratet auf keinen Fall wesentliche Details der Geschichte und vermeidet Spoiler jeder Art!
Natürlich gibt es Bücher, die es kaum möglich machen, eine gute Rezension zu schreiben, ohne zu spoilern. Solltet ihr solch ein Exemplar haben, dann kennzeichnet den Spoiler-Teil auf jeden Fall! Niemand möchte der Spannung und des eigenen Lesevergnügens beraubt werden. Rezensionen sollen Lust auf das Buch machen und nicht die gesamte Story zusammenfassend erzählen.

Finger weg von anderen Rezensionen! 
Natürlich ist es verlockend, mal zu schauen was die anderen so schreiben, aber wie auch bei Bildern und Co gilt das Recht an der Urheberschaft. Auch Gedanken und Meinungen anderer könnt ihr nicht einfach übernehmen. 
Tut euch selbst den Gefallen und lasst euch nicht beeinflussen! Schreibt eine Rezension anhand eurer Meinung und eures Eindrucks. Es ist egal ob 20 andere Blogger das Buch miserable fanden, wenn es euch gefallen hat, dann schreibt genau das!

Steht zu eurer Meinung, aber achtet auf den guten Ton!
Wenn ihr das Buch schlecht fandet, dann ist es so. Nur, weil der Autor/Verlag es euch kostenlos zur Verfügung gestellt hat, müsst ihr es nicht aus (scheinbarer) Dankbarkeit in den höchsten Tönen loben. Eine Rezension ist die Wiedergabe EURER Meinung und genau diese Meinung wollen eure Leser von euch hören. Denkt immer daran, dass man sich ein Stück weit auf euch und eure Worte verlässt und daran orientiert. Lügt eure Leser nicht an, nur weil das Produkt/Buch euch kostenlos zugeschickt worden ist.
Trotzdem macht natürlich der Ton die Musik und ihr solltet Beleidigungen und Kraftausdrücke bei der Bewertung tunlichst vermeiden (versteht sich eigentlich von selbst). War ein Buch in euren Augen schlecht, dann schreibt das in eurer Rezension auch, aber genau wie bei positiven Eindrücken solltet ihr eure Meinung begründen und den Titel nicht einfach nur in Grund und Boden bewerten.


Last but not least!
Am Abschluss einer Rezension sollte ein Fazit stehen, das die wesentlichsten Aspekte kurz zusammenfasst und dem Ganzen einen runden Schliff verpasst. Fangt aber auf keinen Fall mit eurer Rezension wieder von vorne an!
Ein Fazit kann zum Beispiel eine Empfehlung aussprechen (oder eben nicht). Wem würdet ihr das Buch empfehlen? Wem könnte es gefallen und wem eher nicht?

Es empfiehlt sich ein Ranking einzuführen und das Buch so durch die Vergabe von Sternen und Co zu bewerten. So schafft ihr eine Vergleichbarkeit zwischen anderen Titeln, die ihr rezensiert habt und macht eure Meinung visuell noch ein wenig greifbarer für euren Leser. Allerdings solltet ihr euch auch an eure eigenen Abstufungen halten und euch nicht scheuen, sie auszureizen. Denn wenn ihr ständig nur 5 Sterne vergebt, macht die ganze Bewertung nach diesem System keinen Sinn mehr.


Und die Captures?
Gegen Rezensionen auf Instagram spricht insgesamt auch nichts, einige (sogar sehr große Accounts) machen es hin und wieder ebenfalls. Eine Rezension erfordert also nicht zwingend einen Blog. Für die Bildtexte auf Instagram gilt im Grunde nahezu das Gleiche wie für eine Blog-Rezension. Spoiler mag niemand und wenn ihr doch mal die Finger nicht still halten könnt, dann kennzeichnet den Spoilerteil wenigstens vorher.

Instagram lebt (spätestens seit den letzten Updates) von Interaktion. Wird euer Beitrag kommentiert und geliked, wird er oben in den Feeds erscheinen. Je mehr Interaktion, desto besser. Aber verbrennt euch nicht die Finger! Niemand möchte auf 100 sinnlose Fragen à la "Wie geht's euch?" jeden Tag aufs Neue antworten. Das soll nicht heißen, dass Captures frei von persönlichen Infos und Fragen sein sollen. Dennoch kann es schon ganz sinnvoll sein, sich vorher zu überlegen, wieso und weshalb man heute mit seinen Follower kommunizieren möchte. Fragen zum aktuellen Buch, zu dem Buch auf dem Bild oder allgemein rund um das Thema "Lesen&Bücher" sind deutlich eleganter als "Wie war euer Tag denn so?".


Soviel zu meinen persönlichen Erfahrungen rund um das Thema "Rezension verfassen". Natürlich möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, dass es definitv mehr als einen Weg gibt, der in diesem Fall nach Rom führt. Jeder Blogger und Bücherwurm hat auch in Sachen Rezension einen ganz eigenen Geschmack und Stil und genau das ist gut so. 
Dennoch hoffe ich, dass ich mit meinem Beitrag dem einen oder anderen, der sich bisher beim Schreiben von Rezensionen unsicher war, ein paar Hilfestellungen oder Tipps geben konnte. Denn manchmal ist es ja hilfreich zu schauen, wie die anderen das eigentlich so machen.


Liebe Grüße


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